Fotografieren mit der Olympus PEN e.e. Halbformatkamera
Einfach nochmals abdrücken ist voll OK!
Als OLYMPUS im Jahr 1961 die ersten Halbformatkameras auf den Markt brachte war die Begeisterung gross. Doppelte Anzahl Bilder auf einem Film. Der 36er wurde so zum 72er – Film, und so manches Ferienbudget konnte so etwas entlastet werden. Die Bildqualität reichte für die damaligen Ansprüche völlig aus, zumal ja in der Regel bloss kleinformatige Bilder fürs Familienalbum bestellt wurden.

„Achtung-Fertig-Los“

Die PEN ist eine echte Schnappschusskamera!
Nachdem ich die letzten Jahre einige Point and Shoot – Kameras (u.a. Canon, Minolta,Olympus miu Zoom, Rollei 35 ) Schnappschuss / Strassenfotografietauglichkeit getestet habe : die antike unscheinbare PEN eignet sich I.M.H.O am Besten.
Die Kamera ist erstens super-handlich , nicht zu leicht (!) und nicht zu schwer, passt in die durchschnittliche Hosentasche und ist jederzeit SOFORT einsatzbereit. Fixfokus ab ca 1,5m; fixe Verschlusszeit von 1/60s (bei der ersten Version der PEN), und automatische Regulierung der Blendenöffnung. Sollte das vorhandene Licht nicht ausreichen erscheint eine rote Flagge im Sucher und verhindert ein Auslösen. Ganz schön raffiniert, die Japaner 🙂
Hoch oder Quer ?
Zugegeben ; die Handhabung in der Praxis erfordert schon ein, wie soll ich sagen, „Umdenken“…Wobei es in der Natur der Sache liegt, dass bei Schnappschüssen nicht lange nachgedacht werden kann. Sonst entfällt der „Schnapp-Faktor“:-)
Die Anfangs ungewohnte Bedienung („normale“ Haltung der Kamera=Hochformat; „Portraithaltung der Kamera=Querformat) geht jedoch erstaunlich schnell in „Fleisch und Blut“ über, und du kannst dich voll und ganz der Motivjagd widmen.
Wie bereits erwähnt gestaltet sich das Fotografieren äusserst einfach. Film einlegen, ASA/ISO einstellen und los gehts. Das Filmzählwerk startet nicht automatisch bei Null. Das stellst du manuell auf 48 oder 72 ein (für 24er oder 36erFilm).Gezählt wird dann rückwärts bis auf Null. Das kann u.U. relativ lange dauern 🙂
24x36mm…da passen auch zwei Bilder drauf
Man könnte annehmen, dass sich, bedingt durch die halbierte Negativfläche und einer allfälligen Kornbildung die Grösse des Papierabzugs auf KLEINE Bilder reduziert. Doch dem ist nicht so. Frühere, eigene Versuche haben gezeigt, dass sich einzelne (halbe) Negative problemlos vergrössern lassen.

Kleine Negative in der Dunkelkammer
Wie erwähnt lassen sich kleine Negative problemlos vergrössern. Ich habe selber Abzüge bis 18x24cm gemacht.Und selbst grösser ist ohne Einschränkungen offenbar möglich. (Siehe YouTube-Kanal „SFlaB“). Die letzten 3 Filme wurden „intelligenterweise“ bei gleissendem Sonnenschein belichtet; die Negative allesamt zu dicht. Eine verkürzte Entwicklungszeit wäre von Vorteil gewesen.(100, 200 und 400 Pan Kentmere;mit dem 200er habe ich die besten Resultate erziehlt). Von Rodinal würde ich eher absehen und auf HC-110 o.a.tendieren. Mein erster Film war ein K400 @200 ISO Rodinalentwickelt…Resultat *pampig-hässlich*… (Wobei….vieleicht braucht es einfach mehr Bereitschaft zum Tüfteln,um eine passende Film-Kamera-Entwickler-Kombination zu finden, wer weiss…)

Sollte es gelegentlich (!) mal wieder etwas kühler werden und die Temperatur in meiner Dunkelkammer um einige Grade gesunken sein kommt mein schnuckeliges 3,5/35mm Vergrösserungsobjektiv zum Einsatz.Beim Vergrössern von 2 Halbformat-negativen (= KB) auf ein Blatt Papier tut`s das „normale“ 50mm.Vergrösserungen von einem Bildpaar auf dem selben Blatt Papier finde ich spannend. Das Mit-einbelichten der Filmperforation, oder auf Neudeutsch den „Sprocket Holes“ finde ich persönlich jedoch weniger prickelnd. Aber…Geschmackssache:-)
Einfach mal „drauflosballern“ macht Spass (Zwischen-Fazit)
Meine ersten Probeläufe waren jetzt nicht gerade „magnumwürdig“ 🙂 Aber es hat richtig Spass gemacht, so richtig unbeschwert drauflos zu „ballern“. Die Kamera mit den sprichwörtlich qualitativ hochstehenden Olympus D.Zuiko Gläsern produziert, bei etwas „angepassterem Schiessverhalten“ (ich bin generell wenig angepasst) auch bessere Bilder. Besser im Sinne von Bildausschnitten und Belichtung. Man vergesse nicht, dass die Kamera noch zu der Zeit produziert wurde, als Objektivgläser noch nicht doppelt vergütet waren. Zuviel (direkte) Sonne mag die kleine alte PEN überhaupt nicht ….Aber ich denke, da ist auf jeden Fall noch Luft nach Oben für bessere Resultate; evtl. bastle ich eine aufsteckbare Sonnenblende für das 3,5/28mm-Objektiv, oder ich finde irgendwo einen passenden Filter für etwas mehr an Kontrast. Mal schauen; wäre doch langweilig wenn gleich auf Anhieb alles perfekt wäre….
*alle SW-Fotos sind mit Kentmere-Filmen aufgenommen, mit HC-110 entwickelt, und , teilweise wurden die Tonwerte mit PS etwas angepasst; den Rest hat die Sonne (in Kooperation mit mir) vermasselt. Was übrig bleibt ist „Vintage“ 🙂 *
Nicht vergessen: nächster Treff am 22.Aug. in Winterthur
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